Brand Voice – Warum die Tonalität so wichtig ist

von | Apr 29, 2021

Wenn es um Brand Design, Entwicklung und Konzeptionierung geht, ist das Ziel die Unverkennbarkeit einer Marke. Das Design von Logos und visueller Sprache beansprucht zu Recht viel Zeit, wenn es gut werden soll. Im durchdachten Design spiegeln sich ästhetische und kulturelle Vorlieben und Codes bestimmter Gesellschaftsgruppen wider. Genauso verhält es sich mit der Tonalität deines Brands. Es geht hier nicht explizit um den Inhalt, sondern die Art, wie Kommunikation stattfindet.

 

„Ein Habitus erkennt sich in dem anderen“ – Oder warum das Produkt eigentlich egal ist, wenn du den Ton triffst

Der Begriff des Habitus nach Pierre Bourdieu wird innerhalb der Soziologie verwendet, um das das gegenseitige Erkennen bestimmter Gesellschaftsgruppen zu beschreiben. Vor allem Gruppen mit kulturellen Gemeinsamkeiten erkennen sich anhand gesellschaftlicher Codes, die in Form eines bestimmten Kleidungsstils oder Verhalten auftreten können. Hierzu gehören vor allem auch die Sprache und ein spezifischer Kommunikationsstil.

Sicherlich hast du ein Produkt oder ein Service zu bieten, der gut ist und mehr Beachtung verdient, als es jetzt der Fall ist. Doch geht es hier nicht darum, wahllos auf allen verfügbaren Kanälen nach potenziellen Kunden und Kundinnen zu suchen. Das ist weder zielführend noch zeitgemäß.

Jede Zielgruppe hat mindestens einen gemeinsamen Nenner oder teilt sich ein Problem. Die jeweilige Zielgruppe mit ihren Gemeinsamkeiten zu identifizieren und zu benennen, ist Teil einer Konzepterstellung. Hierzu gehört auch die Analyse kultureller und soziologischer Charakteristika. Sobald das Konzept steht, ist die Entwicklung einer Corporate Language wichtig.

 

Corporate Language, Brand Voice und Brand Tonality – Nicht nur Worte, sondern Werte

Deine Brand Voice fungiert auf den Kanälen von Social Media als Person, die direkt in Kontakt mit der jeweiligen Zielgruppe tritt und spricht. Umso wichtiger ist es, dass dieser Dialog auf Augenhöhe stattfindet. Hierzu gehört das Übernehmen und Reproduzieren zielgruppenspezifischer Sprache. So fühlen sich Menschen verstanden und empfinden den jeweiligen Content als relevant.  Das Entwickeln einer eigenen Corporate Language ist bedeutend, da Sprache stets auch Überzeugungen vermittelt. Die Wortwahl eines Unternehmens darf nie zufällig entstehen und sollte das Produkt eingehender Recherche sein. Anhand des Wordings lassen Unternehmen erkennen, ob sie unter anderem zeitgemäß handeln, global denken oder nachhaltig agieren. Unternehmen, die ausschließlich das generische Maskulinum verwenden, vermitteln im schlimmsten Fall Gleichgültigkeit gegenüber ihren Arbeitnehmerinnen und verlieren so Potenzial.

Doch nicht nur genderspezifische Fragen finden in Broschüren oder auf Webseiten Berücksichtigung. Das Verwenden eines bestimmten Sprachstils vermittelt weitere verinnerlichte Werte eines Unternehmens und macht diese transparent.

Wie wir Sprache verwenden, zeigt Besucher:innen von Websites, ob wir für gesellschaftliche Veränderungen sensibilisiert sind. Wenn wir in der Lage sind, den jeweiligen Ton zu treffen, werden Menschen gesehen und gehört.

 

Achte bei deiner eigenen Brand Voice auf:

 

Zielgruppe

Identifiziere deine eigene Zielgruppe und setze dich mit den jeweiligen Kommunikationsprinzipien auseinander. Erstelle im Idealfall eine Persona, mit der du in einen direkten Dialog treten kannst. Achte hierbei auf demografische Merkmale wie Alter und soziale Merkmale wie berufliche Situation.

 

Authentizität

Glaubwürdigkeit ist basal für die positive Wahrnehmung eines Unternehmens. Hierzu gehört es auch, bestimmte Werte wie Toleranz konsequent zu kommunizieren. Authentische Webinhalte vermitteln Zuverlässigkeit und Souveränität.

 

Konsistenz

Erarbeite innerhalb des Konzepts eine Kommunikationsstrategie.  Diese gilt als Orientierung und ist vor allem hilfreich für die Erstellung von Social Media Posts und anderweitigen Texten mit persönlicher Ansprache. Wenn du genderspezifische Sprache verwendest, verfolge dies konsequent, um die Ernsthaftigkeit dahinter zu betonen und so deinen Standpunkt zu stärken.

 

Tonalität

Vor allem hier geht es darum, wie kommuniziert wird. Nicht nur die jeweilige Zielgruppe ist für die Tonalität deines Brands bedeutend. Die Kommunikationsabsicht und das damit zusammenhängende Ziel ist auschlaggebend. Frage dich, ob geduzt oder gesiezt werden soll und ob der Text eher informiert oder animiert.

 

Weiterentwicklung

Bleibe auf dem Laufenden, um deinen Kunden oder deiner Kundin mit Wertschätzung zu begegnen. Setze dich mit aktuellen Themen und Trends auseinander. So zeigst du, dass du dich interessierst und einen Mehrwert bieten möchtest.  Durch das Aufgreifen aktueller Themen bleibt dein Content interessant und vor allem relevant.